Die Kinder- und Jugendwohngemeinschaft Tres Soles

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Als Freiwilliger ging Stefan Gurtner nach Bolivien, um sich zu Recherchezwecken für seine literarische Arbeit  vor Ort mit der jahrhundertelangen Unterdrückung der Indigenen  durch die spanischen Kolonialherren, den jahrzehntelangen Militärdiktaturen und den   äußerst autoritären Gesellschafts-strukturen zu befassen. Er kehrte nicht in seine Schweizer Heimat zurück und gründete stattdessen für Straßenkinder die Kinder- und Jugendwohngemeinschaft Tres Soles.

In seinem ersten Buch über das Projekt berichtet er über die Entstehung und seine Suche nach Wegen und Mitteln, um diesen von der Gesellschaft ausgegrenzten jungen Menschen, mehrheitlich indigener Abstammung, erfolgreich zu helfen.

Im zweiten Band nun schildert der in einschlägigen Kreisen längst anerkannte Erzieher, wie er seine Leidenschaft für Kunst, Literatur und Theater nutzen konnte, um  ungewöhnliche, aber erfolgreiche Erziehungskonzepte  zu entwickeln– aus bolivianischer Sicht betrachtet! Auch nach 25 Jahren lebt Gurtner seine Überzeugung in beeindruckender Konsequenz, ist immer noch  auf der Suche nach Optimierung und nimmt sich nicht aus von den Kindern. Erzieher wie Kinder befruchten sich gegenseitig. Seine Arbeit stößt in Bolivien immer noch auf viele, teilweise heftige Widerstände.

Das Buch, bemerkenswert ehrlich, bietet einen spannenden Wechsel zwischen Theorie und Praxis. Einfühlsam durch die Schicksale der Kinder untermauert gibt es einen tiefen Einblick in menschliche Abgründe. Dank Gurtners warmherzigem Humor, den er nie zu verlieren scheint, liest sich das Buch dennoch wie ein Roman und ist auch für  Erzieher und Pädagogen mit den vielfältigen Ideen zu “kreativer” Erziehung äußerst anregend.

313 Seiten
Preis: 18,- Euro
ISBN 978-3-86841-109-6
Verlag: Edition AV